Meine Liebste ist mit einer Zahnarzthilfsorganisation für drei Monate
in Kenya. Mein Vorhaben war, sie nach zwei Monaten Abwesenheit zu
besuchen und ihre Erfahrungen zu teilen. Ich möchte meine Eindrücke
auch teilen, ist dies doch keine Touristenreise und als Computernerd
hat man in Afrika nicht wirklich viel zu tun. Dabei haben wir viele
Photos geknipst. Leider sorgt flimmernde Luft nicht immer für Schärfe
und Kontrast, deshalb sind alle hier gezeigten nachbearbeitet.
Dieser Bericht besteht aus rein subjektiven Eindrücke. Das kann nicht
die reale Gesamtsituation auf einem so riesigen Kontinent sein.
Mein erstes Erlebnis hatte ich auf dem Dresdner Flughafen in der
Sicherheitskontrolle, wo mit sowas wie einem umgedrehten Föhn mein
Handgepäck nach Flüssigkeiten untersucht wurde. In so einem Moment
bekomme ich sehr schnell weiche Knie, es stellte sich jedoch heraus,
dass meine Schnittchen keinen Flüssigsprengstoff enthielten.
Weiter ging es über Zürich, die Stadt mit dem angeblich höchsten
Lebensstandard, welche einen echt schmucken Flughafen besitzt. Da ich
ihn jedoch nicht verlassen habe, bekam ich von der Stadt leider sonst
nix mit.
Nach vielen weiteren Flugstunden landete ich in Nairobi. Mein Flugplan
hatte hier 12 Stunden Pause, aber ich wollte mich hier sowieso mit
jemandem treffen für den ich Medizin und Nutella mitgebracht
hatte. Leider herrschte gerade Verkehrschaos und so musste ich knapp
drei Stunden auf ihn warten.
Meine ersten Eindrücke bestanden in der tropischen Wärme, ich habe
seit Zürich keine Jacke mehr getragen. Ausserdem gabs auf dem
Flughafen eine Moschee, noch bevor man durch die Visakontrolle
muß. Das Visa konnte ich auf dem Flughafen kaufen, jedoch nur in
US-Dollar, was ich als ersten Widerspruch empfand: die Regierung
scheint ihrer eigenen Währung (100KSh ≈ 1€) nicht zu vertrauen.
Während der Wartezeit wurde ich von einer Menge netter Taxifahrer
angesprochen, die mir sogar anboten zu telefonieren. Das habe ich aber
jedes Mal dankend abgelehnt und weiterhin vor einer Menge Leute
gewartet die Namensschilder hochhielten.
Schließlich wurde ich herzlich empfangen und wir fuhren
los. Normalerweise braucht man 10 Minuten vom Flughafen zu meinem
Gastgeber nach hause. Wegen dem Verkehrsstau mussten wir jedoch eine
Umleitung um ganz Nairobi nehmen (es war leider schon dunkel) und
wurden sogar nochmal umgeleitet, über einen Feldweg.
Hier weiter Eindrücke: Kenya war mal britische Kolonie, demzufolge
sind auch die britischen Einflüsse recht hoch. Es herrscht
Linksverkehr und jegliche Straßenschilder und Plakatwerbungen sind
Englisch. Das spricht hier so ziemlich jeder, obwohl die Leute sich
auf Kiswahili unterhalten und auch das nicht ihre Muttersprache
ist. Das sind nämlich die Sprachen der Stämme. Das ist zwar bequem für
mich, als Fremdsprachenmuffel, aber beispielsweise sind hier auch
Schuluniformen Pflicht, was ich echt Schwachsinn finde, haben doch
viele Eltern große Nöte bereits die Schulgebühren zu zahlen. Zurück
zur englischen Sprache: meine filmgeschulte Aussprache bringt mir hier
keine Vorteile, denn es wird Englisch mit der Aussprache von Kiswahili
gesprochen und ich habe große Verständnisprobleme. Ohne Englisch
könnte ich jedoch gar nicht kommunizieren.
Die ersten Straßenzüge Nairobis erinnerten mich an gewöhnliche
englische Städte, aber später sind wir auch an ziemlichen Bretterbuden
vorbeigefahren, welche es nicht zu knapp zu geben scheint. Im
Straßenverkehr, so war mein Eindruck, hat scheinbar der schnellere
Vorfahrt. Eine Menge Autos sahen ziemlich luxuriös aus.
An diesem Abend gab es leckeres Essen, wir tranken kenyanisches Bier
und haben uns sehr nett unterhalten. Mein Gastgeberehepaar war von
1984 bis 2000 zum Studium in Deutschland und hat ein sehr gutes Bild
davon. Zum Beispiel fanden sie es bemerkenswert, dass man alles sehr
genau nachzählt und abrechnet. Er wohnte in einem Studentenwohnheim
und verdiente dort als Hausmeister, wobei exakt ausgerechnet war
wieviel er nach Mietabzug ausgezahlt bekommt.
Ich habe natürlich versucht seinen Eindruck ein bisschen schlecht zu
machen indem ich die heimatliche Unfreundlichkeit und Nazis
ansprach. Damit hatte er auch ein Erlebnis, als er mal auf einer
Zugfahrt mit Skinheads im Abteil saß. Da hat er richtig “Schiß”
bekommen. Aber als sie ihm freundlich auf die Schulter klopften,
war er sehr verwirrt.
Als er mir dann von der politischen Situation und Korruption in Kenya
erzählte, war ich doch sehr erschüttert und die aktuellen Sorgen in
Deutschland schienen mir sehr klein.
Die Polizei scheint hier mafiöse Strukturen zu besitzen und jeder
möchte gern im Straßenverkehr arbeiten, weil sich da richtig absahnen
lässt. Bringt man seinem Vorgesetzten nicht genug Geld, wird man von
da abgezogen. Er selbst hat zur Zeit Streß wegen einem Steinschlag in
der Windschutzscheibe, legt es jetzt aber darauf an, sich vor Gericht
zerren zu lassen, denn einmal 20000 KSh über den Rechtsweg seien
immernoch besser als jedes Mal 2000 KSh über Korruption.
Die politische Konfrontation scheint hier in der Rivalität zwischen
den verschiedenen Stämmen zu liegen. Bisher stellte immer ein Stamm
eine komplette Regierung, welche sich dann immer nur für diesen
einsetzte. Jetzt gibt es jedoch eine “Grand Coalition” und nichts geht
mehr. Woran erinnert mich das bloß?
Ausserdem herrscht hier permanente Wasserknappheit. Es gibt Pläne,
welches Viertel an welchen Tagen mit Wasser versorgt wird. Nach
monatelanger Trockenheit lief wohl gerade an diesem Tag die Pumpe aus
dem Bohrloch an. Sie meinten, ich bringe ihnen Glück.
In dieser Nacht schlief ich das erste Mal unter einem Moskitonetz, und
da ich noch keinen Stich hatte, bekam ich auch keine Angst als ich ein
3-cm-Loch darin entdeckte. Glücklicherweise wurde ich auch nicht
gestochen.
Am nächsten Tag wurde ich auf den Flughafen gefahren, wo auf dem
Parkplatz auch schon ein Polizist an der Windschutzscheibe
rumkritisierte. Für mich kam nun der dritte Abschnitt meiner Hinreise,
ein 35-Minuten-Flug von Nairobi nach Kisumu. Busse benötigen für diese
Strecke wohl zwischen acht und zehn Stunden. Dank Fensterplatz sah ich
aus der Ferne den recht zerklüfteten Mount Kenya und konnte nun das
erste Mal die Landschaft betrachten. Anders als ich mir das
vorstellte, fand ich keine endlose Savanne vor, sondern das sehr
hügelige Kenya. Ein großer Teil des Landes liegt wohl über 1000m ü.Nn.
Auf dem kleinen provinzialen Flughafen von Kisumu gab es dann nach
sehr kurzer Wartezeit ein herzliches Wiedersehen. Hach.
Nun wurden wir für drei Stunden nach Nakuru gefahren, wo wir die erste
Woche verbringen möchten. Jetzt sah ich das erste mal das Land bei Tag
und aus der Nähe. Das Leben spielt sich hier auf der Straße ab und man
sieht viele Fahrräder und Mopeds mit meterhoch aufgetürmter Ladung und
Kleinbusse mit viel zu vielen Passagieren, Matatu
genannt. Fahrradfahrer transportieren ihre Fahrgäste mit Ledersitz auf
dem Gepäckträger. Dabei machen alle Fahrräder einen massiven,
gußeisernen Eindruck, selbst wenn es das Gefährt eines Kindes im
Grundschulalter ist. Diese Transportmittel schaffen Arbeitsplätze. Wer
sich das nicht leisten kann joggt zur Arbeit.
Am schlimmsten fand ich viele brennende Müllkippen, auf denen Leute
saßen, Kühe standen und Kinder spielten. Obwohl das Land fruchtbar ist
und die Sonne immer scheint, gibt es wenig Landwirtschaft. Eher baut
jeder Grundstücksbesitzer seinen eigenen Kram an. Ich glaube, das ist
ganz und gar nicht effizient. Nur ein paar Fahrstunden weiter
passierten wir viele Teefelder. Dies sei wohl die einzige Industrie
die noch nicht durch Korruption zerstört sei. Viele nichtkaputte
Häuser liessen erkennen, dass dies staatlich sei.
Weiterhin fuhren wir an ein paar ausgebrannten Häusern und Zeltlagern
vorbei. Nach der letzten Wahlfälschung vor einem Jahr sind die Stämme
hier aufeinander losgegangen. Innerhalb dieser soll es wohl ziemlich
sozial zu gehen, von schneller Hilfe bei Unfällen bis zur
Lynchjustiz. Auch wird hier scheinbar gern bedient und sich bedient
gelassen, was mir echt unangenehm ist. Ein Zeichen von Reichtum sind
geputzte Lederschuhe. Welch ein Glück dass ich mit kaputten
Turnschuhen und Sandalen unterwegs bin. Wenn man unterwegs ist, ruft
fast jedes Kind “Mzungu”/Weisser und winkt. Winkt man zurück, bekommt
man immer “How are you?” zu hören, manchmal auch “Give me”.
Kinder gibt es hier anscheinend sehr viele, kann aber auch daran
liegen, dass jeder auf der Straße ist. Mütter haben nach der Geburt
wohl 4 Monate Babypause und dann sind die Kinder erstmal mit einer
Haushaltshilfe allein, die Haushaltshilfe der Haushaltshilfe sozusagen
— wenn man sich das leisten kann. Schulkinder machen einen extrem
disziplinierten Eindruck und beantworten jegliche Frage mit “Yes”.
Was hierzulande nicht verstanden wird, ist die Tierliebe vieler
Europäer. Es gibt eine Menge herumstreunender Hunde. Will man die
loswerden, reicht es, so zu tun, als ob man etwas vom Boden
aufhebe. Die Köter rennen dann sofort weg, denn sie sind es gewöhnt
mit Steinen beworfen zu werden. Selbst eine sonst freundlich wirkende
Nonne bewarf einen totkranken Hund fröhlich, eine andere
Krankenschwester meinte im vorbeigehen “I hate this dog, I want to
kill it.” — sind sie halt nicht anders gewöhnt, aber mir tun die
Viecher leid.
Ab und zu dackelt so ein Köter futtersuchend über den Hof hier. Mir
als Katzenmensch flößt das Furcht ein. Was ich aber noch viel krasser
finde, sind bestimmte Nachtzeiten, zu denen alle umliegenden Hunde
urplötzlich anfangen zu kläffen und heulen. Das ist, als ob gerade
Wehrwolfstunde anbricht und sie jeden Moment durchs Fenster gesprungen
kommen. Brr.
Um guten Eindruck zu schinden, helfen wir den Nonnen nach dem
Abendessen beim Geschirr spülen. Dabei haben sie eine eigentümliche
Methode: zuerst wird in einem Bottich warmen Wasser abgeschrubbt. Als
Spülmittel wird etwas verwendet, das an Waschpulver erinnert. Danach
geht es zur Desinfektion durch zwei Bottiche gekochtes Wasser. Um dort
das Geschirr rauszuholen ist ein abgestumpftes Temperaturempfinden von
äusserstem Vorteil.
Waschpulver und Handseife seien wohl sehr üblich fürs Geschirr, dafür
werden die Hände mit Spülmittel gereinigt.
Noch nie habe ich solch einen warmen März erlebt. Es ist wie täglicher
Hochsommer, jedoch ist die Luftfeuchtigkeit glücklicherweise gering,
es weht ab und zu ein Windchen und nachts kühlt es langsam angenehm
ab. Luftfeuchtigkeit macht viel aus, laut Erzählungen aus Florida.
Ansonsten steht wohl die Regenzeit bevor und hier, in Nakuru, sieht
man die Nötigkeit dieser dem Land an. Es ist alles gelb und braun,
soll dann aber sehr schnell in saftiges Grün umschlagen.
Was echt eklig ist, ist der omnipräsente Staub. Mit dem
unvermeidlichen Schweiß vermischt, ergibt das einen klebrigen
Körperbelag. Man möchte sich am liebsten mehr als ein Mal täglich
duschen, was aufgrund der Wasserknappheit jedoch nicht zu verantworten
wäre.
In Nakuru gab es überall fliessendes Wasser um diese Zeit. In Nyabondo
allerdings funktionieren nur die Wasserhähne, aber nicht die
Dusche. Stattdessen werden jeden Abend Bottiche warmes Wasser
gebracht. Da ich lieber morgens dusche und mich in ein paar Tagen an
kalt duschen gewöhnt habe, hatte ich gleich immer eine angenehme
Abkühlung. Der Bottich wird in ein Fass gekippt, dann stellt man sich
in den Bottich und übergießt sich mit einer Kanne. Das Schmutzwasser
kann man dann immernoch beispielsweise für die Klospülung
verwenden. Natürlich spült man nur nach großen Geschäften. Ich komme
damit ganz gut klar, kann man doch dank Metall- und Fliegengitter
ständig lüften.
Es strengt an einen Schritt vors Tor zu machen oder in der Klinik in
Nyabondo herumzulaufen, denn alle Blicke richten sich auf mich wie auf
einen Papagei am Nordpol, oder eben einen Mzungu in Schwarzafrika. Da
zögert man dann doch viel zu photographieren, sonst erfüllt man das
Klischee, das man ansonsten von Japanern hat.
Im Lake Nakuru National Park habe ich allerdings sehr viele Photos
gemacht. Dort kostet der Eintritt für Staatsbürger und Bewohner Kenyas
360 KSh, für Fremde 4800 KSh. Dafür habe ich eine Menge Tiere gesehen,
die allerdings sehr unter der Dürre leiden.
Damit mir nicht zu langweilig wird wenn die anderen herumdoktorn,
biete ich natürlich Computerhilfe an. Leider taugt man als
Programmierer nicht sonderlich gut als Windowsdoktor.
Meine erste Aufgabe war einen Laserdrucker zu reparieren. Da schien
der Toner alle. Nachdem Schütteln keinen Effekt zeigte, habe ich ein
bisschen mit einem Pinsel in der Patrone rumgeputzt. Leider ist mir
dabei eine Menge Tonerstaub entrieselt und hinterher druckte es noch
viel schlechter.
Positiv erstaunt war ich, als die Nutzerin mich danach fragte, ob ich
denn neue Programme mitgebracht habe. Ich hatte vor meiner Reise je
zwei Mal Ubuntu Desktop und Alternate gebrannt, um diese in respektive
Nakuru und Nyabondo zu lassen. Sie wollte das gleich ausprobieren und
installieren. Ich glaube allerdings, dass dies ohne Internet nicht
besonders nachhaltig war. Klar, OpenOffice und Media Player sind bei
Ubuntu inbegriffen, aber wenn sich hier jemand ein bisschen mit
Computern auskennt, dann doch wohl eher mit Windows, und wenn neue
Software kommt, dann doch hunderprozentig Windowsprogramme.
Als nächstes bekam ich einen Windows XP PC vorgesetzt von dem das
Administrator-Passwort vergessen wurde. Mehr als raten konnte ich da
auch nicht. Ich erinnerte mich an dieses l0phtcrack-Dings, welches ich
leider nicht dabei hatte. Ohne Internet konnte ich da nicht
weiterhelfen. Kurz vor Abreise haben wir noch einer Nonne ein paar
Serien auf ihren schnieken Vista-Laptop kopiert. Leider konnte der
Windows Media Player nur was mit Audio und nicht mit Video anfangen.
Hier in Nyabondo bestand meine erste Aufgabe im Anschliessen eines
Videorekorders an einen Fernseher. Die größten Probleme bereiteten mir
die Handhabung von Fernbedienungen und das Umschalten von NTSC aus
PAL, um Farbe ins Bild zu kriegen.
Als nächstes stand das Entfernen eines Virus und Schnellermachen von
Windows XP an. Ich habe erstmal die Adware des HP-Druckers und den
zweiten Virenscanner deinstalliert und unnütze Dienste
abgeschaltet. Der Virus nannte sich AUTORUN.INF, wurde scheinbar beim
Windows-Start geladen und hat dann diese Datei und seine Executable
unzugreifbar gemacht. Dank Ubuntu Live-System konnte ich den Kram
problemlos löschen und der PC schien mir virenfrei. Oh mann, alle paar
Jahre muss ich mich mit so einem Kram auseinandersetzen und bin jedes
Mal über diese Zustände geschockt. Windows hat keine brauchbaren
Systemdiagnose-Tools und glücklicherweise scheint hier diese
fass-meinen-Computer-nicht-an-sonst-geht-er-kaputt-Attitüde noch nicht
verbreitet zu sein.
Einer Nonne hab ich beigestanden einen E-Mail-Account zu klicken. Sie
schien das erste Mal vor einem Browser zu sitzen. Hoffentlich wird sie
in Zukunft nicht zu sehr von der komplexen Technik frustriert und ich
erhalte mal wieder eine Mail von ihr.
Die Ausstattung im Konvent ist normal. Neben den Laptops der Nonnen
treffe ich in den Büros auf PCs von HP mit Pentium 4 und
Flachbildschirm. Mit der restlichen Bevölkerung habe ich aber keinen
Kontakt. Die Kirche hat hier viel Geld, da spendet sogar der Ärmste in
der Sonntagsmesse. Die Auswirkungen? Es gibt wenigstens medizinische
Versorgung. Andererseits besteht die AIDS-Prävention der katholischen
Kirche im Angebot von kostenlosen Beschneidungen, weil das das
Infektionsrisiko um 60% senke. Oh. My. God.
Wie schon erwähnt wird hier aller Müll liegengelassen oder
verbrannt. So begab es sich, dass irgendjemand meinte, er müsse
verfallene Medikamente neben ein paar ausgedörrten Büschen
vernichten. Die sind dann explodiert, oder so, ich habe danach nur
eine Menge aufgeregter Leute mit Feuerlöscher und angekokeltes Geäst
gesehen.
Was ist nun mein pauschaler Eindruck von Afrika?
Erstmal bewirkt man das völlige Gegenteil aus gutem Willen pauschal
Geld zu spenden. Es gerät durch die Korruption sowieso in die falschen
Hände, und Geld in falschen Händen machts nur schlimmer.
Ausserdem wird alles morgen gemacht und man sitzt lieber den ganzen
Tag rum und wartet; ergo gibts keinen Fortschritt. Eigentlich fühle
ich mich mies bei so einem generellen Urteil. Gäbe es aber
Fortschritt, so würden Korruption und Umweltsituation bekämpft, was
mir abgesehen von gut gemeinten Plakaten aber nicht auffiel.
Ich könnte mir schon vorstellen, noch einmal eine längere Zeit in
wohlbehüteter Gesellschaft in Afrika zu verbringen. Momentan freue ich
mich aber auf lange, warme Duschen, Klospülungen ohne schlechtes
Gewissen, schnelles Internet und Filterkaffee.